Segensspuren: Jugendtag 2026 im Apostelbereich Mitte-Nord

„Segensspuren: verbunden – gesendet – gesegnet“:  Dieses Motto zog sich durch ein gesegnetes Wochenende. Von Freitagnachmittag, 11. September, bis Sonntag, 13. September 2026, trafen sich rund 200 Jugendliche und in der Jugendseelsorge Tätige in der Jugendherberge Rotenburg an der Wümme. Auch Bezirksapostel David Heynes und Apostel Ralf Vicariesmann nahmen teil. Gemeinschaft, Gespräche, Musik und der Jugendtagsgottesdienst hinterließen Segensspuren.

Hinweis: Es folgen ggf. noch Ergänzungen in der Galerie (rechts).

Ankommen und Gemeinschaft

Die Jugendlichen reisten aus allen acht Kirchenbezirken des Apostelbereichs Mitte-Nord an. Nach dem Abendessen begrüßten Bezirksapostel Heynes und Apostel Vicariesmann die Teilnehmenden in der Aula einer benachbarten Schule. Danach war Zeit für Begegnungen, Musik, Tanz, Billard und Kicker. Viele freuten sich über ein Wiedersehen oder knüpften neue Freundschaften.

Beim „Late-Night-Talk“ am Freitag- und Samstagabend konnte über Themen miteinander gesprochen werden, die die Teilnehmenden beschäftigten.

Besondere Momente waren die gemeinsamen Gebete am Freitag- und Samstagabend sowie am Samstagmorgen. „Please, come closer!“, lud der Bezirksapostel die Jugendlichen ein. Auf Wunsch sprach er das Gebet auch einmal auf Englisch. Besondere Augenblicke der Verbundenheit, die auch im Abendgebet mit Bezirksevangelist Dirk Karbinski, Bezirksvorsteher im Kirchenbezirk Lübeck-Schwerin, spürbar waren.

Samstag

Am Samstagmorgen trafen sich zunächst die in der Jugendseelsorge Tätigen mit dem Bezirksapostel und dem Apostel. Bezirksapostel Heynes dankte ihnen für ihren persönlichen Einsatz in den Gemeinden und Bezirken und gab einen Ausblick auf die weitere Jugendarbeit.

Kreative Segensspuren

Bis zur Mittagszeit gab es verschiedene Kreativangebote zum Jugendtagsmotto. Der Kirchenbezirk Lübeck-Schwerin stellte die Cyanotypie vor, ein historisches fotografisches Druckverfahren aus dem Jahr 1842. Es entstanden sehr individuelle Kunstwerke.

Die Braunschweiger Jugend lud zu einer Aktion ein, die am Ende für die Letzten doch recht „sportlich“ wurde: Es entstand aus vielen „Segensfäden“ ein großes Netz, das quer durch den Raum bis zu einem „Segensbaum“ gespannt wurde – bis zur Tür war am Ende kaum noch ein Durchkommen möglich… Die Jugend aus Wolfenbüttel hatte gleich mehrere Aktionen am Start: Es wurden Segenswünsche an Heliumballons geknotet und eine „Segensstraße“ mit Aussagen als Plakat gestaltet. Und eine Box mit Taschenlampe „enttarnte“ die mithilfe von unsichtbarer Stempelfarbe ermutigende Botschaft auf den beiden Handrücken. Auch die Foto-Box der hannoverschen Kirchenbezirke wurde gern genutzt – auch noch für viele Selfis am Samstagabend.

Am Samstagnachmittag ließen die Jugendlichen mit allen weiteren Teilnehmenden bei schönstem Wetter gemeinsam mit Bezirksapostel Heynes und Apostel Vicariesmann die vielen blauen Segenswunsch-Ballons steigen.

Musik und Jugendstunde

Für den Jugendgottesdienst probten viele Jugendliche und Begleitende am Samstagmittag und -abend mit Diakon Matthias Killenberg und Janina Nolte sehr fleißig ein abwechslungsreiches Liedprogramm. Dazu gehörten auch verschiedene Klavierbegleitungen. Die Lieder unterstrichen wohltuend die freudige und feierliche Atmosphäre des Jugendgottesdienstes am Sonntagvormittag.

In der Jugendstunde ging Apostel Vicariesmann mit Beispielen und Bildern auf das Motto „Segensspuren: verbunden – gesendet – gesegnet“ ein und sprach alle an, gern dazu auch persönliche Gedanken zu teilen. Die vielfältigen Antworten regten zum Nachdenken an.

Anschließend stellte sich Bezirksapostel Heynes den Fragen der Jugendlichen und berichtete auch Persönliches. Er erzählte von einem für ihn sehr wichtigen Glaubenserlebnis im Alter von 17 Jahren und aus seiner Zeit in der Schweiz, in der sich für ihn vieles sichtbar segensreich gefügt hatte. Und auch die Ereignisse rund um Pfingsten 2025 im Zusammenhang mit seiner Ernennung zum Bezirksapostelhelfer waren besondere Einblicke in sein Leben. Auch nach Themen für künftige Jugendstunden und nach der Meinung zu großen Veranstaltungen wie dem Internationalen Kirchentag (IKT) oder dem Europäischen Jugendtag (EJT) fragte er. "Eure Meinung ist mir wirklich wichtig", betonte der Bezirksapostel.

Einen besonderen Impuls zum Nachdenken gab er den Anwesenden ebenfalls mit:

„Betet ihr – für euch ganz alleine? Wenn es geht, auf Knien?“

Bezirksapostel Heynes ermutigte dazu, eine lebendige Verbindung zu Gott und ein regelmäßiges Gebetsleben zu pflegen. Außerdem rief er dazu auf, Glaubenserfahrungen miteinander zu teilen.

Viele Jugendliche haben sich in anschließenden Gesprächen im Nachklang zum Jugendtag genau von dieser Frage sehr angesprochen gefühlt.

Jugendtagsgottesdienst am Sonntag

Kurz vor dem Gottesdienst gab es eine Überraschung für den Dirigenten: Statt des angekündigten Liedes sangen alle ein fröhliches „Happy Birthday“ zu seinem Geburtstag.

Als Bibelwort wählte Bezirksapostel Heynes das Gleichnis vom reichen Kornbauern aus Lukas 12,16–18:

„Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Land hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Güter.“

Zu Beginn dankte der Bezirksapostel für das gemeinsame Wochenende. Die Freude darüber sollten die Jugendlichen weitergeben: an Jugendliche, die nicht teilnehmen konnten, in die Gemeinde, bei Besuchen in Seniorenheimen, in der Familie und im Freundeskreis.

An drei Aussagen aus dem Bibelwort zeigte Bezirksapostel Heynes wichtige Gedanken auf:

1. „Dessen Land hatte gut getragen.“

Das englische Wort „plantiful“ beschreibt eine große Fülle. Diese Fülle sei nicht allein ein Verdienst des Kornbauern: „Alles kommt zuerst von Gott“, betonte der Bezirksapostel. "Deshalb sollten wir genauso intensiv danken, wie wir im Gebet um Hilfe bitten." Mit Blick auf das bevorstehende Erntedankfest – auf Englisch „Thanksgiving“ – erinnerte er daran: Danken und Geben gehören zusammen. Eine humorvolle Geschichte, in der „Baked Beans“ (traditionelles Gericht aus weißen Bohnen) eine zentrale Rolle spielten, machte er deutlich, dass der Blick auf den Geber gerichtet werden soll.

2. „Und er dachte bei sich selbst und sprach…“

In der englischen Übersetzung des Bibelwortes kommen neunmal die Wörter „I“ und „my“ – also „ich“ und „mein“ – vor. Im Vaterunser findet man diese Wörter dagegen nicht. Dort heißt es „uns“ und „unser“. „Das soll unser Maßstab sein, wie Jesus es seine Jünger gelehrt hat“, so der Bezirksapostel. Er erklärte, dass es menschlich sei, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Gott lehre jedoch, auch auf den Nächsten zu sehen. Dazu erzählte er eine afrikanische Geschichte und erklärte das Wort „Ubuntu“ aus der Zulu-Sprache. Es bedeutet Menschlichkeit nach dem Grundsatz: „Ich bin, weil wir sind.“ Gemeint ist ein Leben in Verbundenheit, in Beziehungen und im Einssein.

3. „Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen.“

„Das ist Karriere und menschliches Denken: immer etwas Besseres haben zu wollen“, sagte Bezirksapostel Heynes. Materielle Dinge seien vergänglich und machten nicht dauerhaft glücklich. „Freude ist nicht käuflich“, ergänzte er. Wichtig sei das Ewige und Unvergängliche, das von Gott kommt.

Diakonin Anna-Lena Waide aus der Gemeinde Braunschweig griff die Bilder vom „Segensnetz“ und die „Segensspuren“ des Vortags auf. Sie ermutigte die Jugendlichen, das weiterzugeben, was jeder Einzelne hat.

Apostel Ralf Vicariesmann betonte anschließend den spürbaren Glauben und die Gemeinschaft an diesem Wochenende. Er erinnerte an die Dankbarkeit für das, was man hat, an den Blick für andere und daran, die eigenen Gaben in Familie und Gemeinde einzubringen. So könnten Segensspuren entstehen.

„Vergiss nicht, was wirklich wichtig ist in deinem Leben – eine Verbindung zu Gott und zum Nächsten“, sagte der Apostel. Mit Blick auf alle Planungen für die Zukunft und auf das nächste Kapitel nach dem vorgelesenen Bibelwort zitierte und ermutigte er: „Sorge dich nicht!“

Im Gottesdienst feierte Bezirksapostel Heynes auch das Heilige Abendmahl für die Entschlafenen – ein bewegender Moment für die große versammelte Festgemeinde.

Abschluss und Dank

Nach dem Gottesdienst sangen die Jugendlichen noch einmal ein Geburtstagsständchen für den Dirigenten. Ein kleiner Kuchen machte die Überraschung perfekt.

Anschließend gab es organisatorische Hinweise, unter anderem auf die Jugendfreizeit 2027 in Cuxhaven (Ostermontag, 29. März, bis Samstag, 3. April 2027). Priesterin Tatjana Knigge aus der Gemeinde Vechelde informierte als Mitorganisatorin über die Freizeit.

Bezirksapostel Heynes und Apostel Vicariesmann dankten dem gesamten Organisationsteam um Priesterin Tatjana Knigge, Priester Mario Peter (Gemeinde Seesen und Kalefeld-Willershausen), Priester Simon Egehave (Gemeinde Lübeck-Schlutup) sowie Hirte Carsten Fink (Gemeinde Hannover-Herrenhausen).

Mit einem Abschlussfoto und dem gemeinsamen Mittagessen endete der Jugendtag 2026 in Rotenburg an der Wümme.